Dirk Fetzer - Dimensionen des Seins
Würzburg: Königshausen und Neumann, 2011. 414 Seiten.
Wer hätte nicht schon selbst mit Dimensions-Ideen spekuliert?
„Vielleicht sind wir“, du und ich, „zwei Fangarme derselben
vierdimensionalen Qualle“? (Arno Schmidt).
Dirk Fetzer entdeckt die analytische Kraft der
dimensionsphilosophischen Idee und macht sie gleichzeitig zur Grundlage einer
umfassenden Weltdeutung. Die klassischen Probleme der Philosophie lösen
sich in dimensionale Verhältnisbestimmungen auf, und die Sachen selbst
fügen sich zu einem kohärenten Stufenbau, in dem etwa Anschauung und
Begriff, Geist und Körper, Ethik und Recht einander ein- und
ausschließen ähnlich wie Kugel und Kreisfläche oder
Kreisfläche und Radius.
Das fordert eine andere, viel umfassendere Art des Philosophierens.
Denn seit 2500 Jahren hält man das Denken für die eigentlich
philosophische Tätigkeit: damit aber gleicht der Philosoph einer Kugel,
die versucht, sich aus der Kreisfläche heraus zu verstehen. Wie man stattdessen
mit den Sachen selbst philosophiert – immer unter Einschluß
diskursiver Rationalität – , dazu gibt Dirk Fetzer detaillierte
Anleitungen.
Wenn man die Sachen dem philosophischen und
jedem anderen Reduktionismus entzieht: wenn man sie jeweilig sein
läßt, dann und nur dann bleibt man im dimensionalen Zusammenspiel,
das selbst schon Philosophie ist. Ein neues Paradigma, das die
Philosophie aus ihrer selbstgeschaffenen Höhle befreit.

Dirk Fetzer - Die Seele als Geschichte des Fühlens
Würzburg:
Königshausen und Neumann, 4. Quartal 2011. (ca. 360 Seiten)
Die
dimensionsphilosophische ‚Methode’ – nämlich die Sache
selbst zu bleiben – bewährt sich im vorliegenden zweiten Band auf
dem Gebiet der ‚Philosophie des Geistes’. Wesentlich durch
Fühlen bestimmt, läßt die Seele weder die Freiheitsantinomien,
noch die Zirkel und Aporien der Selbstbewußtseinstheorie aufkommen und
integriert auf bündige Weise ihre hermeneutischen, epistemischen und
volitiven Aspekte.
Seit jeher ist eine der
am härtesten umkämpften Fragen der Philosophie die nach dem
Verhältnis von Seele und Leib. Denn hier fällt die Entscheidung
über das Selbstverständnis des Menschen, seine Stellung im Universum,
seine Freiheits- und Zurechnungsfähigkeit. Als grundlegend neue
Lösung bietet Dirk Fetzer das Dimensionsverhältnis an: es durchkreuzt
die gängige, aber falsche Alternative von Monismus und Dualismus, ohne in
logisch prekäre Dialektik auszuweichen.
Den Schlüssel zur richtigen
Verhältnisbestimmung bildet die Ordnung der Zeitformen. Indem die
geschichtlich verfaßte innere Zeit die transiente Zeit der Natur
dimensional einschließt, resultiert als Zusammenspiel beider Dimensionen
der leibliche Lebenslauf, dessen doppelte
Evolution mit Darwin bestens kompatibel bleibt.

Der
Autor: Dirk Fetzer, Dr. phil., geboren in Reutlingen 1971, Studium in
Tübingen und Eugene (Oregon). M. A. Graduiertenkolleg in Gießen
als Stipendiat der DFG und der SfR. Promotion in Tübingen. Ausarbeitung
der ‚Dimensionsphilosophie‘ in Münster (Westf.) und
Tübingen. 2 Bände: ‚Dimensionen des Seins‘ (2011) und
‚Die Seele als Geschichte des Fühlens‘ (voraussichtlich 4.
Quartal 2011).
Kontakt: Dr. Dirk Fetzer, Schwabstr. 48, 72074
Tübingen. Email (at)
dirk-fetzer.de